Pressespiegel
Halle-Forum.de, 26.06.2008
Online-Durchsuchung, Videoüberwachung von Plätzen und in Betrieben,
illegales Abhören von Journalisten – ist Deutschland auf dem Weg zum
Überwachungsstaat? Genau diesem Thema widmete sich am Montagabend eine
Podiumsdiskussion im Rahmen von „Theater der Welt“ auf der Kulturinsel
in Halle (Saale). Neben Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann
saßen auch Dr. Harald von Bose, Landesbeauftragter für den Datenschutz
Sachsen-Anhalt, Volker Eick, Politologe von der Freien Universität
Berlin und Michael Freundt, stellvertretender Direktor des
Internationalen Theaterinstituts (ITI) Deutschland und Koordinator des
Projektes "escalators - Bewegung und Kontrolle im öffentlichen Raum"
bei Theater der Welt, im Podium.
welt online, 26.06.2008
Kommentar: Jens Anker kritisiert die überzogene Telefonüberwachung
Wer etwas über das Privatleben der Berliner wissen möchte, sollte sich an die Polizei wenden. Sage und schreibe eine Million Telefonate hörten die Ermittler im vergangenen Jahr zur Aufklärung von Straftaten ab. Die Zahl stimmt bedenklich, ist sie doch in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. Aber haben sich auch die Ermittlungsergebnisse in gleichem
Maß verbessert? Dafür gibt es keine Hinweise, es ist im Gegenteil davon auszugehen, dass riesige Mengen vollkommen belangloser Telefongespräche mit vollkommen Unbeteiligten Eingang in die Akten fanden.
Bürgerrechte & Polizei/CILIP 89 (Mai, 1/2008) / Martin Beck, 14.06.2008
Zu
vermuten ist sie immer. Offensichtlich wurde sie oft. Sie
nachzuzeichnen gelang selten: die Steuerung so genannter
Terrorismusverfahren durch den Verfassungsschutz. Ein eklatantes
Beispiel dafür bietet nun das Ermittlungsverfahren 2 BJs
10/06-2 gegen 17 AktivistInnen der Anti-G8-Bewegung, das die
Bundesanwaltschaft (BA) im April 2006 einleitete.
Interim 677, 13.06.2008
Gespräch mit zwei Aktivisten, die sich teils in klandestinen Gruppen, teils in Antirepressionsstrukturen organisiert haben, über militante Politik, einschüchternde Repression und falsche Erwartungen.
WOZ Die Wochenzeitung, Dinu Gautier, 12.06.2008
Wie wird man, ohne es zu merken, zum Terroristen? Und
wie humorvoll ist der überwachende Staatsschutz? Fragen, auf die ein
Berliner Paar Antworten kennt.
Berliner Zeitung, 09.06.2008
Fast zwei Jahre lang warf die Bundesanwaltschaft elf jungen Leuten
vor, Terroristen zu sein. Die Ermittlungen erbrachten keinen einzigen
Beweis
Berlin Online, 07.06.2008
Im Zusammenhang mit der Überprüfung von Post an Berliner Tageszeitungen nach Bekennerschreiben der «militanten gruppe» (mg) hat Generalbundesanwältin Monika Harms erneut eine Niederlage einstecken müssen. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» am Samstag vorab berichtete, rügte jetzt ein BGH-Beschluss, dass die Kontrolle von Briefen nicht von Polizeibeamten, sondern von Mitarbeitern der Post hätte vorgenommen werden müssen.
ddp (Deutscher Depeschendienst), 07.06.2008
Berlin (ddp-bln). Im Zusammenhang mit der Überprüfung von Post an erliner Tageszeitungen nach Bekennerschreiben der «militanten gruppe» mg) hat Generalbundesanwältin Monika Harms erneut eine Niederlage instecken müssen. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» am Samstag vorab berichtete, rügte jetzt ein BGH-Beschluss, dass die Kontrolle von riefen nicht von Polizeibeamten, sondern von Mitarbeitern der Post hätte vorgenommen werden müssen.
Neues Deutschland, 28.05.2008
Die am letzten Wochenende wiedergewählte Vizevorsitzende der LINKEN ist
auch für den Dialog mit außerparlamentarischen Gruppen zuständig. Das
umstrittene »BKA-Gesetz zur Abwehr von Gefahren des internationalen
Terrorismus« sieht den Umbau der Polizeibehörde zu einer
Anti-Terror-Behörde vor -- im Fokus hierbei auch antifaschistische und
linksradikale Gruppierungen.
N. Seibert, 26.05.2008
Am Beispiel des G8-Gipfels, zu dem sich Anfang Juni 2007 die acht mächtigsten Staatschefs in Heiligendamm an der Ostsee versammelten, um eine Politik zu koordinieren, die bei vielen Menschen auf Ablehnung stößt, werden im Folgenden die teils militanten Proteste, die erfolgte staatliche Repression sowie die darauffolgenden Initiativen der Solidarität resümiert und für eine entschiedene und offensive Solidaritätsarbeit plädiert, die die Legitimität militanter Politik hervorhebt.
Kulturrisse 0108 Innere Sicherheit 2.0 / Andrej Holm und Anne Roth, 15.05.2008
In den aktuellen Ermittlungen der bundesdeutschen Ermittlungsbehörden
gegen linke AktivistInnen und Zusammenhänge wird auf den Paragraphen
129a zurückgegriffen, der in den 1970er Jahren als
Repressionsinstrument gegen die RAF entwickelt wurde. Strafrechtlich
verfolgt werden können damit nicht nur konkrete Straftaten, sondern
auch die Mitgliedschaft in und die Unterstützung von sogenannten
„terroristischen Vereinigungen“. Kritische JuristInnen nennen dies
„Vorverlagerung der Straffälligkeit“, denn die Ermittlungen richten
sich nicht nur auf die Aufklärung von Brandanschlägen und Attentaten,
sondern vor allem auf die Erkundungen von tatsächlichen und vermuteten
Zugehörigkeiten zu tatsächlich und vermuteten „terroristischen
Vereinigungen“. In der Praxis wurden die entsprechenden Ermittlungen
vor allem genutzt, um linke Milieus auszuleuchten.
rhein-main-info "swing" nr. 152, 13.05.2008
Am 31. Juli 2007 wurden Axel, Florian und Oliver nach einem versuchten
Brandanschlag auf MAN-Bundeswehrfahrzeuge in Brandenburg verhaftet.
Nach Hausdurchsuchungen wurde mit Andrej ein weiterer Linker
inhaftiert. Alle vier (und weitere) werden beschuldigt Mitglieder einer
‚terroristischen‘ Vereinigung, der ‚militanten gruppe‘ (mg), zu sein.
Im Oktober 2007 hob der Bundesgerichtshof (BGH) den Haftbefehl gegen
Andrej auf, Ende November hatten auch die Haftbeschwerden der anderen
Erfolg und sie wurden auf Kaution freigelassen. In einigen Monaten ist
mit der Anklageschrift zu rechnen. Noch in diesem Jahr soll der Prozess
vor dem Berliner Oberlandesgericht – dem Kammergericht – stattfinden.
YouTube, 09.05.2008
Antimilitaristischer Agit-Prop in zwei Teilen bei YouTube
Berliner Zeitung, 09.05.2008
Ein Jahr nach den bundesweiten Razzien gegen Kritiker des G8-Gipfels
laufen noch immer Ermittlungen gegen insgesamt 41 Beschuldigte. Anwälte
der Betroffenen forderten gestern in Berlin die Einstellung der
Verfahren, die aus ihrer Sicht einzig der Ausspähung und
Einschüchterung der linken Szene in Deutschland dienen. Gleichzeitig
kritisierten die Juristen die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und
Verfassungsschutz in den Ermittlungen gegen ihre Mandanten.
Frankfurter Rundschau, 09.05.2008
Linke werfen Behörden Rechtsübertretung vor. VON JANA SCHULZE
Neues Deutschland, 09.05.2008
Einstellung der 129a-Verfahren gefordert.
junge welt, 09.05.2008
Ein Jahr nach Razzien bei Gegnern des G-8-Gipfels in Heiligendamm:
Bundesanwaltschaft ermittelt trotz Entzug des Mandats weiter gegen
angeblich Terrorverdächtige.
taz, 08.05.2008
Der Bundesgerichtshof hat Ermittlungen nach
Terrorparagraf 129a gegen G-8-Gegner zwar für unzulässig erklärt.
Dennoch gingen die Überwachungen weiter, so Anwälte.
Sebastian Edathy (MdB), 08.05.2008
Sebastian Edathy auf www.abgeordnetenwatch.de:
Auch ich betrachte das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden im Fall von A. Holm als unverhältnismäßig.
FR online, 08.05.2008
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die Löschung sämtlicher
Daten aus Razzien vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm vor einem Jahr
verlangt.
|